
Unsere Gemeinde Münsing ist attraktiv – das wissen wir alle. Doch diese Attraktivität hat ihren Preis: Seit Jahren kämpfen wir mit einem extrem hohen Grundstückspreisniveau. Damit unsere Dörfer lebendig bleiben und auch künftige Generationen hier eine Heimat finden können, hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am 10. Februar 2026 neue „Leitlinien für die Baulandpolitik“ verabschiedet.
Diese Leitlinien sind weit mehr als nur ein bürokratisches Dokument. Sie sind das Fundament, auf dem wir künftig entscheiden, wo und wie neues Bauland in unserer Gemeinde entstehen kann.
Das „Warum“: Sozialer Zusammenhalt statt Preistreiberei
Der Druck auf den Immobilienmarkt ist enorm. Ohne aktives Steuern der Gemeinde könnten sich bald nur noch Wenige das Leben in Münsing leisten. Das Ziel ist klar:
- Bezahlbarer Wohnraum: Wir wollen sicherstellen, dass sowohl Mietwohnungen als auch Eigenheime für alle Bevölkerungsgruppen finanzierbar bleiben.
- Rechtssicherheit: Neue Urteile zum „Einheimischenmodell“ und EU-Vorgaben machten eine Anpassung unserer Regeln notwendig, um die Vergabe von Grundstücken rechtlich wasserdicht zu machen.
- Nachhaltigkeit: Wir steuern die Ortsentwicklung aktiv und verträglich, statt sie nur dem freien Spiel der Marktkräfte zu überlassen.
Das „Was“: Drei Wege zum Eigenheim
Die Gemeinde hat drei spezifische Modelle entwickelt, um unterschiedliche Bedürfnisse gezielt zu unterstützen:
- Modell für Einkommensschwächere: Hier stehen Familien im Fokus, die die strengen EU-Einkommens- und Vermögensgrenzen einhalten. Sie erhalten Grundstücke zu deutlich vergünstigten Preisen.
- Modell für den Mittelstand: Dieses richtet sich an Familien, die leicht über den EU-Grenzen liegen, aber dennoch auf dem freien Markt keine Chance hätten.
- Bedarfsbezogenes Baurecht: Wenn Sie bereits Grundeigentum besitzen, das bisher kein Bauland ist, kann die Gemeinde unter bestimmten Voraussetzungen Baurecht schaffen (z. B. für 1–2 Wohneinheiten zur Eigennutzung).
Das „Wie“: Klare Regeln für die Umsetzung
Damit diese Ziele erreicht werden, gelten künftig klare „Spielregeln“ für alle Beteiligten:
- Flächensicherung: Im Außenbereich schafft die Gemeinde künftig nur dann Baurecht, wenn sie die Flächen selbst besitzt oder die Eigentümer bereit sind, 50 % der Fläche zum fairen Preis (Bauerwartungsland) an die Gemeinde zu verkaufen.
- Bauverpflichtung: Wer ein Grundstück erhält, muss dieses in der Regel innerhalb von 5 Jahren bebauen. Wir wollen lebendige Ortsteile, keine spekulativen Baulücken.
- Faire Auswahl beim Einheimischenmodell: Die Vergabe erfolgt nach einem transparenten Punktesystem. Dabei werden soziale Kriterien (z. B. Kinder, Pflege von Angehörigen) ebenso berücksichtigt wie die Dauer der Ortsansässigkeit oder ein ehrenamtliches Engagement.
- Kostenbeteiligung: Planungskosten und notwendige Gutachten werden künftig fair auf diejenigen verteilt, die vom neuen Baurecht profitieren.
Fazit: Mit diesen Leitlinien entstehen Transparenz und soziale Gerechtigkeit. Wir als CSU Münsing stehen hinter diesem Kurs, weil er unsere Gemeinde für alle Münsingerinnen und Münsinger lebenswert erhält.
