Energy Sharing: Was sich gesetzlich verändert – und was das für Münsing konkret bringt

En­er­gy Sha­ring meint: Strom aus er­neu­er­ba­ren An­la­gen wird ge­mein­schaft­lich ge­nutzt – nicht nur von ei­ner Per­son oder ei­nem Ge­bäu­de, son­dern von meh­re­ren Be­tei­lig­ten, idea­ler­wei­se vor Ort. Ziel ist mehr Teil­ha­be an der En­er­gie­wen­de, mehr Ak­zep­tanz und ein schnel­le­rer Aus­bau de­zen­tra­ler Erzeugung.

1) Der Hintergrund: Warum Energy Sharing jetzt politisch Fahrt aufnimmt

Deutsch­land, Bay­ern und auch un­se­re Re­gi­on muss er­neu­er­ba­re En­er­gien schnel­ler aus­bau­en. Da­bei soll­ten wir zu­gleich da­für sor­gen, dass Bür­ge­rin­nen und Bür­ger so­wie Be­trie­be di­rekt pro­fi­tie­ren. Ge­nau hier setzt En­er­gy Sha­ring an: Wer lo­kal sau­be­ren Strom er­zeugt, soll ihn ein­fa­cher ge­mein­sam nut­zen kön­nen – und nicht nur „ins Netz ein­spei­sen und fer­tig“. Die eu­ro­päi­sche Ge­setz­ge­bung (u. a. Vor­ga­ben zu En­er­gy Sha­ring) er­höht da­bei den Um­set­zungs­druck deutlich. 

2) Was ist bereits möglich? (Stand heute)

Auch oh­ne „gro­ßes“ En­er­gy Sha­ring über meh­re­re Ge­bäu­de hin­weg gibt es be­reits Mo­del­le, die in die Rich­tung gehen:

a) Mie­ter­strom (klas­sisch)

Mie­ter­strom er­mög­licht lo­kal er­zeug­ten Strom (ty­pisch PV am Ge­bäu­de) für Letzt­ver­brau­cher im Ge­bäu­de – und je nach Kon­stel­la­ti­on auch im räum­li­chen Um­feld (Quar­tiers­be­zug). 

b) Ge­mein­schaft­li­che Ge­bäu­de­ver­sor­gung (neu durch So­lar­pa­ket I)

Mit dem So­lar­pa­ket I wur­de die ge­mein­schaft­li­che Ge­bäu­de­ver­sor­gung ein­ge­führt, um die Wei­ter­ga­be von PV-Strom in­ner­halb ei­nes Ge­bäu­des deut­lich zu er­leich­tern – ein wich­ti­ger „Ein­stieg“ in ge­mein­schaft­li­che Modelle. 

3) Was ist neu: Energy Sharing im Energiewirtschaftsgesetz

Mit der EnWG-No­vel­le 2025 wird En­er­gy Sha­ring als ei­ge­ner Rechts­rah­men ver­an­kert (u. a. als neue Re­ge­lung in die­sem The­men­feld). Das ist ein we­sent­li­cher Schritt, weil da­mit erst­mals die ge­mein­sa­me Nut­zung er­neu­er­ba­rer En­er­gie auch über das öf­fent­li­che Netz sys­te­ma­tisch ge­re­gelt wer­den kann (al­so nicht nur „hin­ter dem Netzanschluss“). 

Wich­tig für die Pra­xis: Meh­re­re Um­set­zungs­quel­len ge­hen da­von aus, dass En­er­gy Sha­ring in Deutsch­land spä­tes­tens ab Mit­te 2026 (EU-Um­set­zungs­druck) prak­tisch hand­hab­bar wer­den soll. 

4) Was bedeutet das für Münsing?

Mün­sing ist prä­de­sti­niert für lo­ka­le En­er­gie-Mo­del­le, weil wir vie­le ty­pi­sche „En­er­gie­wen­de-Or­te“ ha­ben: Ein­fa­mi­li­en­häu­ser, land­wirt­schaft­li­che Be­trie­be, klei­ne­re Ge­wer­be­be­trie­be, öf­fent­li­che Ge­bäu­de – plus ein star­kes Gemeinschaftsleben.

Kon­kre­te Chan­cen für Münsing:

  • Mehr lo­ka­le Wert­schöp­fung: Ein grö­ße­rer Teil der En­er­gie-Aus­ga­ben kann in der Re­gi­on blei­ben (In­ves­ti­ti­on, Be­trieb, War­tung, Beteiligungsmodelle).
  • Teil­ha­be­mo­dell statt Spal­tung: Wenn Men­schen spü­ren, dass sie pro­fi­tie­ren kön­nen (nicht nur „An­la­ge steht ir­gend­wo“), steigt Ak­zep­tanz – ge­ra­de bei sen­si­blen The­men wie Flä­chen, Orts­bild und Natur.
  • Be­schleu­ni­gung Rich­tung Kli­ma­ziel: Lo­ka­le PV-Dä­cher, Spei­cher, La­de­infra­struk­tur und per­spek­ti­visch ge­mein­schaft­li­che Nut­zung sind ein rea­lis­ti­scher He­bel, um die kom­mu­na­len Zie­le (z. B. Kli­ma­neu­tra­li­tät) zu unterstützen.